Achtsamkeitsbasierte Entspannungsverfahren in der Schmerztherapie (2109-64)

Therapiemethoden, Angrenzende Bereiche (Ergotherapie), Angrenzende Bereiche (Physiotherapie)

Start:
20. September 2021
8:30 Uhr
Ende:
22. September 2021
18:00 Uhr
Ort:
Hannover
GebĂĽhr:
440 €
Punkte:
32
Fortbildungspunkte
TN:
12
Teilnehmer:innen
FĂĽr:
Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie
Von:
Leibniz Kolleg
Detlef Wotschke
Mit:
Bianca Meyer

Beschreibung

Achtsamkeitsbasierte Entspannungsverfahren „AES“ für Kinder und Erwachsene in der Schmerztherapie

Die Erkenntnis, sich nicht auf den Schmerz zu fokussieren und ihn dadurch stetig zu verstärken, steht im Vordergrund. Es wird häufig das verstärkte Lenken des Aufmerksamkeitsfokuses auf den Schmerz angenommen, wenn aber durch gezielte Ablenkung vom Schmerz dadurch eine geringere Beachtung herbeigeführt wird, nimmt das Schmerzempfinden ab, somit wird der Schmerz weniger, oder manchmal auch gar nicht mehr, wahrgenommen.

Hilfreich ist es hier, den Unterschied zwischen Wahrnehmung und Bewertung der Schmerzen zu verdeutlichen. Bezogen auf das Verhalten erkennen die Patienten, was ihnen guttut und was sie nicht länger zu tun brauchen.
Die Wirkweise von Aktivierung und Entspannung können sie ebenfalls unter Anleitung gut für
sich selbst definieren. Die Patienten lernen verschiedene Entspannungsmöglichkeiten kennen und koppeln diese im Optimalfall noch mit einer hilfreichen imaginativen Suggestion (z.B. Schmerz verkleinern, Glücksgefühl ausdehnen).
Mentale Elemente und Methoden aus der achtsamkeitsbasierten Schmerztherapie erweitern das Spektrum der therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.

 

 

Hintergrund

Stellen wir uns für einen Moment einen Säugling vor, der vollkommen entspannt daliegt und
natürlich und tief atmet. Bei jedem Atemzug bewegt sich sein ganzer Körper, sein Blick ist
wach und sein Gesicht und seine Körperhaltung sind offen – das heißt vorbehaltlos.
Er bringt seiner Umgebung eine ganz natĂĽrliche Offenheit entgegen und reagiert auf diese
entsprechend mit den Impulsen, die er von innen und von außen erhält.

Dieses Bild ist ein Beispiel für die natürlichen Kompetenzen wie Atmung, Körper und Herz,
wenn sie alle gleichzeitig aktiv sind und dies führt zum Bewusstsein und zur Kreativität.

Hier geht es darum, ein Bewusstsein fĂĽr die natĂĽrlichen Kompetenzen zu schaffen, sich an
sie zu erinnern und sie wiederzuentdecken, um sie als Fundament fĂĽr ein gutes Lern- und
Entwicklungsumfeld der verschiedenen Verfahren anzuwenden.

Das Prinzip
Der Grundgedanke achtsamkeitsbasierter Verfahren ist es, dass sehr vieles von dem, was
wir denken, fĂĽhlen und tun, Folge unbewusster, implizierter Prozesse ist.

Der Behandlungsweg besteht im Aufdecken automatisierter und funktionsgestörter Denk–, Gefühls– und Verhaltensmuster, um diese – aber nicht das Symptom – dann „über Bord zu werfen“.

Dabei ist die Intentionslosigkeit der Beobachtung von zentraler Bedeutung. Eine Beobachtung erklärt, warum Schmerzlinderung sich der willentlichen Steuerung entzieht, d.h. Symptome verstärken sich, wenn man sie weghaben möchte.

Auf das Leben bezogen bedeutet das, dass sie ihr Ziel nicht durch ihr Wollen erreichen, z. B. „Ich will jetzt meine Schmerzen loslassen“, sondern in dem Sie sie wohlwollend akzeptieren und es mit Gleichmut anschauen.

Als Beispiele fungieren Schwierigkeiten beim Einschlafen, Juckreiz, Nervosität, aber eben
auch Schmerzen. Das Ziel besteht darin, Schluss zu machen mit der Gegnerschaft zum beklagten Symptom.

Alle achtsamkeitsbasierten Verfahren sind:
• Ressourcen orientiert im Gegensatz zu defizitorientiert
• Erfahrungsorientiert im Gegensatz zu verständnisbasiert
Bei Achtsamkeit geht es immer um die Konzentration auf den gegenwärtigen Moment ohne die Intention, verändernd eingreifen zu wollen. Es wird immer bewusst ein Standpunkt der inneren Ruhe, durch Verzicht auf Bewertung und Analyse, angestrebt.
Dadurch ersetzt das Erleben und das aktive Annehmen das passive Erdulden und Leiden. Durch den Verzicht auf das uns innewohnende Kontrollbedürfnis für Dinge, die sich unserem Zugriff verwehren, entsteht ein Zustand der Balance – das Loslassen von Verstrickung der Funktionsstörungen, die letztlich aus Schmerz Leid entstehen lassen.

Inhalte des Seminares:
Was ist Entspannung
Ziele von körperlichen Entspannungsverfahren in der Schmerztherapie
Einsatz in der Praxis: FĂĽr wen? Wann? Wie?
Entspannung einfĂĽhren
Entspannungstechniken achtsamer Umgang mit dem Körper
Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie (ABST)
Progressive Muskelrelaxation (PMR)
Autogenes Training (AT)
Imaginative Verfahren

Interesse? Dann einfach DIREKT ANMELDEN

Veranstaltungsort

Leibniz Kolleg Hannover
Karl-Wiechert-Allee 66
30625 Hannover
Deutschland

Weiter durch Bildung

Leibniz Kolleg

Kontakt mit Leibniz Kolleg